Nicht das Pferd ist „das Problem, es ist immer der Reiter“, sagt Profireiter Andy Candin, der am Wochenende 21 Reitern bei einem Charity-Lehrgang in Krumbach zu mehr Harmonie mit ihrem Pferd verhelfen möchte. (Foto: Corinna Ziegler)

Er ist schon über die berühmtesten Turnierplätze der Welt galoppiert – am kommenden Wochenende kommt der Profi-Springreiter Andy Candin für einen viertägigen Lehrgang auf die Reitanlage nach Krumbach und zeigt 21 Teilnehmern, wie man Oxer und Co. erfolgreich überwindet.

Zu lernen, wie man sich seinem Pferd gegenüber besser verständigt – denn „Reiten ist nichts anderes als Kommunikation“, so beschreibt Candin das Ziel des Kurses für die Teilnehmer. Schritt für Schritt sollen Vertrauen aufgebaut und Blockaden gelöst werden. Das Training wird dabei möglichst individuell gestaltet. „Ich möchte mir schon im Vorfeld einen Überblick über die Teilnehmer verschaffen“, erklärt Candin, der mit seiner Familie in Niederstotzingen lebt.

Bevor sich die Teilnehmer in den Sattel schwingen, gilt es deshalb zunächst für alle, ihre jeweiligen Probleme zu ermitteln, denn „nur wenn ein Problem erkannt wird, kann man es verbessern“, so Candin. Häufig sei es die Verständigung mit dem Pferd, die Schwierigkeiten bereitet, verrät er, doch aus Erfahrung weiß der 43-Jährige auch: „Es ist nie das Pferd das Problem, es ist immer nur der Reiter.“

Was zufrieden macht

Als langjähriger, international erfolgreicher Springreiter weiß Candin, wovon er spricht. Erst im vergangenen Jahr nahm er an der Reit-EM in Aachen teil und auch bei hochrangigen Turnieren wie den German Masters in Stuttgart oder dem Hamburger Derby ist er schon gestartet. Seit 2013 gibt er sein Wissen in Lehrgängen unter dem Motto „Reiter mit Herz“ weiter und unterstützt dabei gleichzeitig einen guten Zweck. Denn nicht nur die Reiter profitieren von dem Lehrgang, werden doch stets 50 Prozent der Lehrgangsgebühr für eine gute Sache in der Region gespendet, wie in diesem Fall an die Radio-7-Drachenkinder. „Ich glaube, viel wichtiger als das, was man hat, ist das was man geben kann – das macht viel zufriedener“, begründet der gebürtige Rumäne seine Motivation für die Charity-Lehrgänge.

Die erste Trainingseinheit am Freitag dient vordergründig dem Gymnastizieren von Pferd und Reiter, während am Samstag das Reiten von Distanzen, also die Strecke zwischen zwei Hindernissen, und das korrekte Anreiten der Sprünge geübt wird. Am Sonntag schließlich findet das zuvor Gelernte beim Parcoursspringen, der Königsdisziplin, Anwendung. Doch nicht nur auf dem Pferd wird während des Lehrgangs gearbeitet, auch Theorie pauken steht sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend auf dem Plan, denn die ist Candins Ansicht nach genauso wichtig wie die Praxis.

„Reiten passiert eigentlich zuerst im Kopf und dann auf dem Pferd“, weiß der gelernte Pferdewirt. So zählt auch Mentaltraining zum Inhalt des Kurses. „Die Konsequenz, auch an Kleinigkeiten dranzubleiben ist das, was beispielsweise vielen fehlt“, so Candin weiter. Videoanalysen von kurzen Mitschnitten des Trainings sollen einen zusätzlichen Lernerfolg bringen.

Auch Zuschauer sind bei den Trainingsstunden immer willkommen. Und für sie gibt es einiges zu sehen: „Jeder, der irgendeinen Bezug zu Pferden hat, kann profitieren“, verspricht Candin. Los geht’s am Freitag ab 10 Uhr, am Samstag und Sonntag findet der Kurs jeweils ab 8 Uhr statt.

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